Nadine Kreitmeyr

Nadine Kreitmeyr Der Nahostkonflikt durch die Augen Hanzalas

Der Nahostkonflikt durch die Augen Hanzalas

Stereotypische Vorstellungen im Schaffen des Karikaturisten Naji al-'Ali

Studien zum Modernen Orient 17

Klaus Schwarz Verlag
Sprache: Deutsch
1. Auflage ()
Broschur, 23 Zeichnungen, 140 Seiten
ISBN 9783879974023
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Poli­ti­sche Kari­ka­turen dienen gemeinhin als künst­le­ri­sches Mittel zur über­spitzten poli­ti­schen Meinungs­äu­ße­rung und lösen daher bisweilen extreme Reak­tionen wie Zensur und Repres­sion oder persön­liche Anfein­dung bis hin zur Mord­dro­hung aus – so auch die Werke des paläs­ti­nen­si­schen Kari­ka­tu­risten Naji al-'Ali.
Die Schaf­fens­pe­riode al-'Alis währte von den 60ern bis in die 1980er Jahre. Adres­saten sind die ›ein­­fa­chen Men­­schen‹, für sie wich­tige poli­ti­sche Zustände werden auf eine leicht verständ­liche Art und Weise thema­ti­siert.
Al-'Ali war wegen seiner äußerst kriti­schen Kari­ka­turen sehr beliebt. Mehr als 20 Jahre nach seinem gewalt­samen Tod genießen die Kari­ka­turen noch immer enorme Popu­la­rität; vor allem die immer wieder­keh­rende Haupt­figur all seiner Zeich­nungen, der kleine Flüch­t­­lings­junge Hanzala, ist in den Besetzten Gebieten und in den paläs­ti­nen­si­schen Gemeinden in der Dias­pora allge­gen­wärtig. Das Werk al-'Alis unter­liegt somit nicht der prin­zi­pi­ellen Kurz­le­big­keit poli­ti­scher Kunst.
Warum ist dies so? Warum sind diese Kari­ka­turen bis heute so aktuell?
Der Konden­sa­ti­ons­punkt aller posi­tiver Emphase in al-'Alis Werk ist die Figur des Han­zala. Er trägt eine beson­dere Eigen­schaft: Er ist partei­isch. Er rela­ti­viert nicht. Er verkör­pert den ›normalen‹ Menschen, der ange­sichts der realen Verhält­nisse und Ereig­nisse sprach- und einflusslos ist, mit seiner abwar­tend stumm kommen­tie­renden Haltung, die eine äußerst bris­ante poli­ti­sche Präsenz erzeugt.
Hier wird erst­malig eine Arbeit über das Werk Naji al-'Alis auss­er­halb des arabi­schen Sprach­raums vorge­legt. Sie stützt sich dabei haupt­säch­lich auf arabi­sche Origi­nal­qu­ellen.