»Orientierungen« - Über die Entstehung europäischer Bilder vom Orient und von Arabien in der Antike. Einflussfaktoren und stereotype Fortführungen im Mittelalter

Uta Bellmann

Islamkundliche Untersuchungen Band 295

Klaus Schwarz Verlag
ISBN 978-3-87997-370-5
Release date: 2010
1. Edition
Paperback, 192 pages
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29.80 € 


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Schon sehr früh hat das antike Europa seinen Blick gen Osten schweifen lassen, in die unsteten Weiten des Orients. Immer auch waren die dort lebenden Völkerschaften inclusive der unabdingbaren Fabelwesen Gegenstand der zugleich furchterregenden wie faszinierenden Überlieferungen und Erzählungen. Aber seit wann werden Orientalen in Europa dokumentiert, wo begann sich zuerst ein Bild von ihnen zu entwickeln, und wo sind die Araber hier einzuordnen? • Beginnend im antiken Griechenland verfolgt die Autorin über den Zeitraum von 2000 Jahren die Entstehung europäischer Orientbilder und öffnet dabei Einsichten in die zugrunde liegenden Motivationslagen ihrer Erschaffer. Nicht erst in der Neuzeit, sondern bereits im 4. Jahrhundert v.Chr. findet die Idee einer okzidentalen Überlegenheit Anhänger. Diskursfreiheit und Demokratie stehen orientalischer Despotie gegenüber und markieren die Anfänge einer gleichwohl am Osten ausgerichteten europäischen Positionierung. • Im abendländischen Mittelalter erwächst der Orient zu einer stereotyp ausgestalteten Gegenwelt. Dort sind den einzelnen Regionen Denk- und Fantasiefelder zugeteilt, in die sich westliche Vorstellungsreisende gefahrlos begeben können. Die zwischen ehrfürchtiger Bewunderung und verachtender Ablehnung schwankenden Gebilde westlicher Orientwahrnehmung sind untrennbar mit ihren historischen Kontexten verbunden. In der longue durée betrachtet erhellt sich ihr Funktionscharakter als Baustein europäischer Identitätsgerüste, die in ihrem unstillbaren Bedürfnis nach Abgrenzung im Orient ihre Gegenbilder erfanden. • Abgrenzung erscheint vordergründig plausibel und notwendig, führt aber gleichermaßen zielführend in die Sackgasse.